Was ist Usability?
Usability ist ein Qualitätsmerkmal, das beschreibt, wie leicht sich eine Oberfläche bedienen lässt. Die eigentliche Frage: Erledigen Menschen ihre Aufgabe ohne Mühe? Jakob Nielsen definiert sie über fünf Komponenten: Erlernbarkeit, Effizienz, Einprägsamkeit, Fehler und Zufriedenheit. Die ISO 9241-11 fragt, ob bestimmte Nutzer bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend erreichen.
Nielsens fünf Komponenten
In seinem Artikel „Usability 101“ bei der Nielsen Norman Group zerlegt Jakob Nielsen Usability in fünf Fragen. Jede wird für sich gemessen. Wer bei einer gut abschneidet, gleicht damit keine Schwäche bei einer anderen aus.
- Erlernbarkeit: Wie leicht erledigt jemand eine einfache Aufgabe, wenn er das Design zum ersten Mal sieht?
- Effizienz: Wie schnell ist er, sobald er das Design kennt?
- Einprägsamkeit: Wie schnell findet er nach einer Pause zu seinem alten Tempo zurück?
- Fehler: Wie viele Fehler passieren, wie schwer wiegen sie und wie leicht lassen sie sich beheben?
- Zufriedenheit: Wie angenehm ist die Nutzung?
Warum das wichtig ist
Nielsen formuliert die Regel für das Web ohne Umschweife: Ist eine Website schwer zu bedienen, gehen die Leute.
Laut demselben Artikel gilt es als bewährte Praxis, etwa 10 % des Budgets eines Designprojekts in Usability zu stecken. Ein eigenes Labor brauchen Sie dafür nicht, ein ruhiger Besprechungsraum genügt. Und ein Test mit 5 Nutzern reicht meist, um die wichtigsten Probleme zu finden.
Nach meiner Erfahrung wird die Erlernbarkeit am leichtesten übersehen. Ein Team, das das Produkt jeden Tag nutzt, sieht nicht mehr, wo jemand beim ersten Besuch hängen bleibt.
Die Definition nach ISO 9241-11
Die Norm ISO 9241-11 definiert Usability formaler. So wie die Barrierefreiheitsseite des W3C sie zitiert, ist Usability das Ausmaß, in dem ein Produkt von bestimmten Nutzern genutzt werden kann, um bestimmte Ziele zu erreichen.
Der Maßstab hat drei Teile: Effektivität, Effizienz und Zufriedenheit, jeweils „in einem bestimmten Nutzungskontext“. Derselbe Screen kann also für eine Expertin am Schreibtisch leicht sein und für jemanden, der im Bus am Handy einkauft, schwer.
Ich nutze beide Definitionen zusammen. Die ISO sagt mir, was ich messe; Nielsens fünf Fragen sagen mir, wo ich hinschaue.
Beispiel: die fünf Komponenten in einem Checkout
Stellen Sie sich den Bezahlschritt eines Onlineshops vor. Zu jeder Komponente habe ich eine Beispielbeobachtung geschrieben. Sie stammen aus keinem echten Fall, aber genau solche notiert man während eines UX-Audits.
| Komponente | Beobachtung im Checkout |
|---|---|
| Erlernbarkeit | Wer zum ersten Mal kommt, sieht die Option „Als Gast fortfahren“ nicht und bleibt am Registrierungsformular hängen. |
| Effizienz | Eine Stammkundin muss bei jeder Bestellung ihre Rechnungsadresse neu eingeben. |
| Einprägsamkeit | Ein Kunde, der drei Monate später etwas zurückschicken will, weiß nicht mehr, in welchem Menü seine Bestellungen liegen. |
| Fehler | Ein Leerzeichen in der Kartennummer löst einen Fehler aus, und das Formular löscht alle Eingaben. |
| Zufriedenheit | Die Versandkosten erscheinen erst im letzten Schritt, und die Kundin fühlt sich hereingelegt. |
Jeder der fünf Punkte entspricht einer Komponente. Was Sie nicht ankreuzen, testen Sie zuerst.
Oft verwechselt: Nützlichkeit und Nutzen
Nielsen trennt Usability vom Nutzen (Utility). Nutzen heißt: Bietet das Produkt die Funktion, die Sie brauchen? Usability heißt: Wie leicht und angenehm ist diese Funktion zu bedienen? Beides zusammen ergibt Nützlichkeit (Usefulness).
Eine App, die sehr leicht zu bedienen ist, aber Ihre Aufgabe nicht erfüllt, ist nicht nützlich. Eine App mit der richtigen Funktion, die schwer zu bedienen ist, auch nicht.
Verwandte Begriffe
Usability ist ein messbarer Teil der User Experience (UX). Schnell finden Sie Probleme, wenn Sie die Oberfläche an Nielsens 10 Usability-Heuristiken messen. Passt ein Screen nicht zu dem, was Nutzer erwarten, lohnt der Blick auf das mentale Modell.
Häufige Fragen
Sind Usability und UX dasselbe?
Nein. Usability misst, wie leicht sich eine Oberfläche bedienen lässt. UX umfasst das ganze Erlebnis rund um ein Produkt; Usability ist ein Teil davon.
Wie viele Nutzer braucht ein Usability-Test?
Laut Nielsen Norman Group reicht ein Test mit 5 Nutzern meist aus, um die wichtigsten Usability-Probleme eines Designs zu finden.
Was ist der Unterschied zwischen Usability, Nutzen und Nützlichkeit?
Nutzen heißt, dass das Produkt die benötigte Funktion hat; Usability heißt, wie leicht diese Funktion zu bedienen ist. Zusammen ergeben sie Nützlichkeit.
Quellen (2)
- Jakob Nielsen, Nielsen Norman Group, Usability 101: Introduction to Usability. 2012, zuletzt geprüft am 15. Juli 2026, abgerufen am 3.11.2026
- W3C Web Accessibility Initiative, Accessibility, Usability, and Inclusion (zitiert die Definition der ISO 9241-11). erstmals veröffentlicht im März 2010, aktualisiert am 6. Mai 2016, abgerufen am 3.11.2026