SUS-Rechner: die System Usability Scale
Die SUS (System Usability Scale) ist ein Fragebogen mit 10 Aussagen, den John Brooke 1986 entwickelt hat. Jede Aussage wird mit 1 bis 5 bewertet. Bei ungeraden Aussagen zieht man 1 vom Wert ab, bei geraden den Wert von 5. Die Summe wird mit 2,5 multipliziert, das ergibt einen Score von 0 bis 100. In den Daten von MeasuringU aus 500 Studien liegt der Durchschnitt bei 68.
Berechnen Sie Ihren SUS-Score
Wählen Sie für jede Aussage einen Wert von 1 bis 5. 1 heißt stimme überhaupt nicht zu, 5 stimme vollständig zu.
SUS-Score
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Weil JavaScript ausgeschaltet ist, wird der Score hier nicht berechnet. Die Formel steht unten im Abschnitt „Methode und Formel“.
Das Tool erfasst und speichert keine Daten. Gerechnet wird in Ihrem Browser, beim Schließen der Seite sind die Antworten weg.
Die Aussagen sind die deutsche Fassung von Bernard Rummel (2016), so wie Perrig und Kollegen sie 2024 abdrucken. Das Notenband stammt aus der Sauro-Lewis-Skala von MeasuringU. Geben Sie die Antworten einer Person ein. Bei mehreren Personen berechnen Sie jeden Score einzeln und bilden dann den Durchschnitt.
Wie man den SUS-Score deutet
Der SUS-Score liegt zwischen 0 und 100, ist aber kein Prozentwert. 70 Punkte heißen nicht, dass das Produkt zu 70 Prozent gebrauchstauglich ist. Bedeutung bekommt der Score erst im Vergleich mit den Scores anderer Produkte.
Jeff Sauro nennt in einem Text bei MeasuringU von 2011 den Durchschnitt aus 500 Studien: 68. Ein Score über 68 gilt als überdurchschnittlich.
Für eine feinere Lesart nutze ich die Notenskala von Sauro und Lewis. Das Notenband im Rechner stammt aus dieser Tabelle. Das Perzentil zeigt, wie viel Prozent der verglichenen Produkte Ihr Score übertrifft.
| Note | SUS-Score | Perzentil |
|---|---|---|
| A+ | 84,1–100 | 96–100 |
| A | 80,8–84,0 | 90–95 |
| A- | 78,9–80,7 | 85–89 |
| B+ | 77,2–78,8 | 80–84 |
| B | 74,1–77,1 | 70–79 |
| B- | 72,6–74,0 | 65–69 |
| C+ | 71,1–72,5 | 60–64 |
| C | 65,0–71,0 | 41–59 |
| C- | 62,7–64,9 | 35–40 |
| D | 51,7–62,6 | 15–34 |
| F | 25,1–51,6 | 2–14 |
| F | 0,0–25,0 | 0–1,9 |
Ein Beispiel: Ein Produkt mit 72,5 bekommt die Note C+ und liegt im Perzentil 60 bis 64. Auf dem Papier sieht das nicht schlecht aus. Trotzdem übertrifft mehr als ein Drittel der Produkte diesen Score.
Methode und Formel
John Brooke entwickelte die SUS in einem Usability-Programm bei der Digital Equipment Corporation. Der Copyright-Vermerk der Skala stammt von 1986. Brooke wollte ein Maß, das sich schnell anwenden lässt. Es sollte trotzdem verlässlich genug sein, um Versionen zu vergleichen.
Die 10 Aussagen wählte Brooke aus einem Pool von 50. Die Hälfte bekam meist starke Zustimmung, die andere Hälfte starke Ablehnung. So muss die Person jede Aussage lesen und darüber nachdenken.
Deshalb sind die ungeraden Aussagen positiv formuliert, die geraden negativ.
Brooke beschreibt die Rechnung in vier Schritten:
- Bei den Aussagen 1, 3, 5, 7 und 9 ist der Beitrag der markierte Wert minus 1.
- Bei den Aussagen 2, 4, 6, 8 und 10 ist der Beitrag 5 minus der markierte Wert.
- Jeder Beitrag liegt zwischen 0 und 4. Addieren Sie die zehn Beiträge.
- Multiplizieren Sie die Summe mit 2,5. Das Ergebnis ist der SUS-Score zwischen 0 und 100.
In Brookes eigenem Beispiel ist die Summe der Beiträge 22. 22 × 2,5 = 55, der Score ist also 55. Im Rechner steht der Beitrag jeder Aussage direkt darunter.
Brooke fügt eine Warnung hinzu. Die Werte einzelner Aussagen sagen für sich nichts. Deuten Sie im Bericht keine Mittelwerte einzelner Aussagen, nennen Sie den einen SUS-Score.
Welche deutsche Fassung?
Für die SUS gibt es mehrere deutsche Übersetzungen. Perrig und Kollegen haben 2024 im International Journal of Human–Computer Interaction zwei davon verglichen: die Fassung von Bernard Rummel (2016) und die von Gao, Kortum und Oswald (2020).
Sie entwickelten außerdem eine Fassung nur mit positiven Aussagen, die SUS-DE-Pos, und prüften alle Fassungen in zwei vorregistrierten Studien. Laut den Autoren erreichten alle vier eine zufriedenstellende psychometrische Qualität. Am besten schnitt die SUS-DE-Pos ab.
Ihre Empfehlung: die SUS-DE-Pos nutzen oder, wenn negative Aussagen gewünscht sind, die Fassung von Rummel. Der Rechner hier nutzt die Fassung von Rummel, weil er nach Brookes Formel mit umgekehrten geraden Aussagen rechnet. Bei der SUS-DE-Pos wird laut den Autoren keine Aussage umgekehrt.
Den Originalbeitrag von Rummel konnte ich nicht öffnen. Die Aussagen stehen deshalb so da, wie Perrig und Kollegen sie in ihren Tabellen abdrucken. Nur in Aussage 9 habe ich „des Produkt“ zu „des Produkts“ korrigiert. Die Antwortskala von „Stimme überhaupt nicht zu“ bis „Stimme vollständig zu“ stammt aus derselben Studie.
Wie man den SUS-Fragebogen anwendet
Geben Sie den Fragebogen, nachdem die Person das System nutzen konnte. Laut Brooke sollte er ausgefüllt werden, bevor ein Nachgespräch beginnt. Ich setze ihn meist ans Ende eines Usability-Tests.
Bitten Sie die Person, bei jeder Aussage ihre erste Reaktion zu markieren. Alle Aussagen müssen ausgefüllt sein. Kann sie eine Aussage nicht beantworten, soll sie laut Brooke die Mitte markieren, also 3.
Der Button „Leere Aussagen mit 3 markieren“ im Rechner macht genau das.
Laut Perrig und Kollegen ersetzt man „das Produkt“ in den Aussagen durch die passende Form von „das System“, „die Website“ oder durch den Namen des Produkts.
Laut MeasuringU lässt sich die SUS schon mit zwei Personen anwenden. Die Schätzung aus einer kleinen Stichprobe ist aber ungenau, berichten Sie den Score deshalb mit einem Konfidenzintervall.
Berechnen Sie den Score jeder Person einzeln und bilden Sie dann den Durchschnitt. Wiederholen Sie denselben Fragebogen bei jeder Version, können Sie Versionen vergleichen. Dafür hat Brooke die Skala gebaut.
Meine Notiz
Die SUS misst, wie Nutzer die Gebrauchstauglichkeit wahrnehmen, sagt aber nicht, warum. Ein Score von 55 zeigt, dass es ein Problem gibt. Welches, finden Sie mit anderen Methoden.
Deshalb nutze ich die SUS nie allein. Im Test beobachte ich die Person und mache Notizen, den Fragebogen setze ich ans Ende. Ist der Score niedrig, suche ich die Gründe in diesen Notizen und in einer heuristischen Evaluation.
Der größte Fehler ist für mich, die SUS an Menschen zu schicken, die das Produkt nie genutzt haben. Der Fragebogen misst die Reaktion von jemandem, der das Produkt gerade benutzt hat. Wer es nie geöffnet hat, rät nur.
Liegt Ihr Score unter 68 und Sie finden den Grund nicht, schaue ich mir mit dem UX Audit Pro jeden Schritt von bis zu 10 Abläufen Ihrer Anwendung an.
Häufige Fragen
Ist der SUS-Score ein Prozentwert?
Nein. Der Score liegt zwischen 0 und 100, ist aber kein Prozentwert. Bedeutung bekommt er im Vergleich mit den Scores anderer Produkte. In den Daten von MeasuringU aus 500 Studien liegt der Durchschnitt bei 68.
Was ist ein guter SUS-Score?
68 ist der Durchschnitt. Auf der Sauro-Lewis-Skala ist 80,8 bis 84,0 die Note A, ab 84,1 die Note A+. 51,6 und darunter gilt als F.
Gibt es den SUS-Fragebogen auf Deutsch?
Ja, in mehreren Fassungen. Perrig und Kollegen empfehlen 2024 ihre positive Fassung SUS-DE-Pos oder, wenn negative Aussagen gewünscht sind, die Fassung von Bernard Rummel (2016). Die Aussagen auf dieser Seite stammen aus der Fassung von Rummel.
Mit wie vielen Personen sollte ich die SUS anwenden?
Laut MeasuringU schon mit zwei. Eine kleine Stichprobe liefert aber eine ungenaue Schätzung. Berichten Sie den Score mit einem Konfidenzintervall.
Wie berechnet man den Score, wenn jemand eine Aussage leer lässt?
Brooke verlangt, dass eine Person, die nicht antworten kann, die Mitte markiert, also 3. Der Button „Leere Aussagen mit 3 markieren“ im Rechner macht das.
Quellen (4)
- John Brooke, SUS: A quick and dirty usability scale (Kapiteltext, Usability Evaluation in Industry). Skala © Digital Equipment Corporation 1986, Buch 1996, abgerufen am 3.11.2026
- Sebastian A. C. Perrig, Nick von Felten, Beat Vollenwyder, Klaus Opwis, Development and Psychometric Validation of a Positively Worded German Version of the System Usability Scale (SUS), International Journal of Human–Computer Interaction. 2024, DOI 10.1080/10447318.2024.2434720, Open Access (CC BY 4.0) im Repositorium der Universität St. Gallen; Aussagen der Fassung von Rummel in Tabelle 1 und 3, abgerufen am 3.11.2026
- Jeff Sauro, Measuring Usability with the System Usability Scale (SUS), MeasuringU. 2011, abgerufen am 3.11.2026
- Jeff Sauro, 5 Ways to Interpret a SUS Score, MeasuringU. 2018, Notenskala von Sauro und Lewis, abgerufen am 3.11.2026